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Samstag, 15. Oktober 2016

{Gedicht #23} Satin

Satin

Welch schöne Gestalt
geht so einsam durch die Nacht?
Sie singt und tanzt und weint und lacht.

Schillernd im Lichte,
wenn sie sich dreht.
Sie merkt nicht, wie die Zeit vergeht.

Schwarzer Satin,
so glänzend und glatt,
verdeckt alles, wo sie Schmerzen hat.

Die Musik, die Luft,
die Welt scheint verdorben.
Nur noch ein Schluck, um zu vergessen, was verloren.

Schwarzer Satin,
er entgleitet ihr.
Sie verliert Gefühl für Jetzt und Hier.

Der scheußliche Geschmack
in ihrem Munde versiegt,
doch nicht die Hitze in ihr und der kühlende Stoff, der sich um sie schmiegt.

Schwarzer Satin,
die Sinne getrübt,
frei von allen Sorgen, weil sie sich selbst betrügt.


Mittwoch, 16. Dezember 2015

{Lied #2} Ein Weihnachtslied

Die Geschichte des Weihnachtswichtels, der auf der Suche nach dem Weihnachtszauber ist...

Donnerstag, 22. Januar 2015

{Gedicht #20} Maskenball

Maskenball

Tanzend und lachend,
die Menge verschwimmt,
hinter grinsenden Masken.
Das Leben beginnt.

Man sieht nur die Werke,
aus Pappe oder Holz,
bunt angemalt, geschmückt mit Federn.
Der Besitzer ist stolz.

Faszinierend ist die Kunst,
die in all dem steckt,
wie ein totes Ding,
lebende Gefühle verdeckt.

Samstag, 8. November 2014

{Geschichte #12} Mama

Mama

Ich glaube, dass meine Mutter tot ist.
Ihre Augen sind tot, jedes mal, wenn sie mich ansieht. Und ihre Haut ist so grau wie Asche, als wäre sie schon lange verbrannt.
Ich glaube, dass es meine Schuld ist. Mein Vater sagt, dass es meine Schuld ist.
Er sagt, dass ich meine Mutter so traurig gemacht habe, dass sie jetzt gar nichts mehr fühlt und dass er mich dafür hasst.
Ich erinnere mich nicht mehr daran, wann mein Vater begonnen hat mich zu hassen und wann sich meine Mutter dafür entschied, tot zu sein. Ich glaube, es war schon immer so.
Vielleicht liegt es an meinen Superkräften, vielleicht haben meine Eltern Angst davor, was ich mit ihnen anstellen könnte.
Ich habe die Fähigkeit keinen Schmerz zu spüren und mit jedem Tag, an dem sich Teile meiner Haut blau färben, wird diese Fähigkeit größer.
Manchmal, wenn mein Vater mich bestraft, spüre ich nicht einmal mehr den Hauch einer Berührung.
Aber ich weiß, dass seine Hände so heiß sind wie Feuer und dass sie mich mit jedem Schlag mehr und mehr verbrennen.
Früher habe ich versucht das Feuer mit meinen Tränen zu löschen, aber ich habe vergessen wie man weint.
Ich verbrenne, so wie meine Mutter verbrannt ist. Irgendwann werde ich nur noch Asche sein und meine Fähigkeit, keinen Schmerz zu spüren, zeigt nur, dass ich gestorben bin.
Tote spüren keinen Schmerz.
Vielleicht hat meine Mutter auch Superkräfte und vielleicht nimmt sie mich irgendwann in den Arm. Vielleicht sind wir dann wieder lebendig.


*Nachdem ich gefragt wurde, ob ich aus Erfahrung spreche: Nein, diese Geschichte ist bloß erfunden und sollte einem Projekt dienen.

Sonntag, 5. Oktober 2014

Hinter den Worten von "Männlein im Walde" // Vergewaltigung

Heute geht es um ein Thema, das ich nicht mag: Vergewaltigung.
Das Gedicht bzw. Lied "Männlein im Walde" ist für ein Schulprojekt gegen Gewalt entstanden und ja, es orientiert sich an dem Kinderlied "Ein Männlein steht im Walde".

1. Das Lied
Ich weiß nicht, wie wir das Projekt aufbauen, wer was wann macht, aber ich bin dafür, dass das Lied von einer zarten hohen Mädchenstimme gesungen wird - Es muss auch nicht ganz gerade sein.
Denn vor allem die beiden vorletzten Zeilen wirken irgendwie verschoben, unsauber und falsch. Das war Absicht, denn ich finde, dass diese drei Eigenschaften zum Thema passen.

2. Das Projekt
Nach dem Lied soll ein Text folgen, den ich dazu geschrieben habe.
Nachdem ich ihn in der Schule vorgelesen habe, wurde ich gefragt, ob ich aus Erfahrung spreche. Die Antwort ist Nein. Zwar gab es eine Situation, die wahrscheinlich nicht gut ausgegangen wäre, wenn meine Eltern nicht zufällig vorbei gekommen wären und ich hatte damals sehr viel Angst, aber ich wurde nie vergewaltigt. Trotzdem wurde ich immer wieder mit dem Thema konfrontiert und es geht mir so nah, dass ich immer fast weinen könnte, wenn ich daran denke.

Der Text geht so:

„Fickst du mein Herz, fick ich dein Leben“, steht in großen Druckbuchstaben an der Bushaltestelle. Ich weiß, dass man solche Sprüche nicht wörtlich nehmen darf. Aber ich tue es. Denn mein Leben wurde gefickt und mein Herz auch. Von dem stillen Männlein im Walde. Wortlos, meine Schreie erstickt, von seiner riesigen Hand, die er auf meinen Mund presste, während er … Vergewaltigung nennt man das. In Vergewaltigung steckt das Wort Gewalt. Gewalt bedeutet Kontrolle und Macht. Ich habe die Macht über meinen Körper verloren, die Macht über mein Leben. Gestohlen von dem Männlein im Walde, das so stumm war, dass ich es erst nicht merkte. Und jetzt, jetzt bin ich stumm. Denn die Menschen würden sich vor mir ekeln, so wie ich mich vor meinem eigenen Körper Ekel. Und ich weiß, dass das falsch ist, dass ich reden muss und nicht mich selbst zerstören. Aber ich kann nicht.

3. Redet darüber!
Ich kenne eure Vergangenheit nicht. Ich weiß nicht, wer von euch selbst schon solch ein Schicksal erleiden musste. Aber falls jemanden von euch so etwas passiert ist, dann versucht mit jemanden darüber zu reden. Ich kann mir vorstellen, dass es schwer sein muss, aber Schweigen ist keine Lösung.
Es gibt Menschen auf der Welt, die verstehen und helfen können.

Dienstag, 16. September 2014

{Gedicht #18} - Männlein im Walde

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Ein Männlein steht im Walde ganz still und stumm.
Es hat schon ein paar Falten und läuft gnaz krumm.
Ja, was tut bloß das Männlein
in dem dichten Wald allein?
Es wartet auf ein Kind, ganz zart und klein.
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Samstag, 6. September 2014

Hinter den Worten von "Dein Leben" // Lebenstipps muss man immer befolgen und sie widersprechen sich auch überhaupt nicht

Ich weiß, seit dem letzten Post ist schon wieder ein halber Monat vergangen und eigentlich wollte ich das Making-Of zu "Dein Leben" schon viiiiel eher veröffentliche, habe es aber wie immer nicht geschafft.

"Dein Leben" ist ein Gedicht, das mir sehr wichtig ist.
Vor einiger Zeit war es wohl ein großer Trend in meiner Umgebung mir Lebenstipps zu geben: "Rede mal ein bisschen lauter, das musst du in dem Beruf später auch.", "Ich finde es gut, wenn es in dem Beruf auch ruhigere Menschen gibt.", "Willst du dir nicht langsam mal einen Freund suchen?", "Lass dir ruhig Zeit, du musst noch keinen Freund haben." Merkt ihr, oder?

Ständig versuchen mir Menschen zu sagen, was ich in meinem Leben tun soll und da ist es mir egal, ob sie das sagen, was ich auch denke oder etwas anderes. Sie sagen es trotzdem. Das sind so viele Personen, die glauben einen zu kennen, aber es eigentlich nicht tun. Sie wollen dich durch ihre Tipps fehlerlos machen, wollen, dass du so bist, wie der Rest der Welt. Oft denken sie, dass sie dir damit einen Gefallen tun, aber so ist es nicht. Sie denken nicht darüber nach, welche Auswirkungen es haben könnte, wenn sie versuchen das wahre Ich von jemanden zu verändern.

Doch am Schlimmsten sind die Widersprüche. Wenn man irgendwann beginnt zuzuhören, was die anderen sagen, kommt man schnell durcheinander. Was ist richtig? Was ist falsch? Ich könnte es bei der einen Person einfach so erzählen und bei der anderen Person so. Aber was ist, wenn die Widersprüche von ein und der selben Person kommen? Wenn sie erst der einen Meinung ist und wenige Momente später wieder einer anderen?

Und dann kommt es zu Streit, weil ich anfange patzig zu reagieren oder in Gedanken abschweife und die scharfe Bemerkung kommt: "Dich interessiert das wohl überhaupt nicht." Am liebsten würde ich manchmal sagen: Ja! Mich interessiert es nicht, ich habe andere Probleme und Sorgen und das was du erzählst weiß ich doch auch schon längst, also lass mich damit in Ruhe.

Aber ich tue es nicht, weil die Menschen ja nichts dafür können. Sie machen sich ja nur sorgen. (Augenbrauen bitte an dieser Stelle hoch ziehen)

So, und das steckt hinter den Worten von "Dein Leben". Wem geht es genauso und was habt ihr dagegen getan?

Sonntag, 6. Juli 2014

{Gedicht #16} Das Ich in deinem Körper

Das Ich in deinem Körper

Leise sehe ich aus dem Fenster
und beobachte dich lange.
Dich verfolgen alte Gespenster,
doch du weißt, wonach ich verlange.

Deine Wunden heilen schneller,
aber meine reißen auf.
Kann nichts sehen über dem Rand vom Teller,
doch ich klettere hinauf.

Deine Probleme kenne ich auswendig
und ich lache sie nur an.
Nicht weil ich lachen will,
sondern weil ich nicht anders kann.

In deiner Seele ist es still,
ich erlebe deine Not.
Doch wenn ich zu dir kommen will,
droht ein neuer Tod.

Ich kann dich nur beobachten,
helfen darf ich nicht.
Nicht weil ich helfen will,
sondern weil man mich besticht.

Weißt du denn wie lange ich schon,
in deinem Körper bin.
Verfolge deine Assoziation,
dass ich wär dein Yin.

Dich selbst betrachtest du als das Yang.
Führst immer neue Kriege,
in denen ich niemals gewann.
Das ist der Grund, warum ich dir zu Füßen liege.

Und jeder Schritt ist jetzt zu weit.
Ich bin hier und träume.
Nicht weil ich träumen will,
sondern weil ich weiß, was ich versäume.

Deine Probleme machten sich in mir breit,
du hattest mich in dir eingeschlossen.
In mir verharrten Verzweiflung, Angst und Leid.
Doch jetzt bin ich frei, denn du hast dich erschossen.

Dienstag, 17. Juni 2014

Hinter den Worten von "Die kleine Fee" // Über traurige Menschen

Es tut mir so Leid, dass seit einer Ewigkeit hier nichts mehr kam.
Aber hier ist das Hinter-den-Worten zu meiner Geschichte: "Die kleine Fee".

Es ist vielleicht nicht meine beste Geschichte, aber eine, die mir sehr am Herzen liegt.
Es geht nämlich um eine kleine Fee, die von Trauer und Dunkelheit erfüllt ist. Doch sie hat dieses innere Feuer, das sie dazu antreibt weiter zu leben.

Ich bin auf eine Reihe von Blogs gestoßen, die Mädchen gehören, die traurig sind.
Sogar sehr traurig und manchmal scheint es mir, als wäre ihr inneres Feuer schon gelöscht.
So was hasse ich: Im eigenen Dreck suhlen und darauf hoffen, dass es besser wird - Aber das wird es nicht, wenn man nicht selbst den Mut und den Willen, also das Feuer, hat, um etwas zu verändern.
Ich gebe zu, dass ich das manchmal auch mache, aber irgendwann kommt bei mir immer der Punkt an dem das aufhört und ich das Leben wieder mag - Ganz einfach, weil ich auch mal etwas Gutes für mich tue:
Auf irgendeine Veranstaltung gehen, mir was hübsches kaufen (das aber nicht zu teuer ist) oder einfach nur ein Bad nehmen oder Musik hören.

Das solltet ihr, ihr traurigen Menschen da draußen, auch tun.
Zumindest ein kleines Feuerchen wird dadurch entfacht und gibt euch etwas Kraft.

Inspiriert zu dieser Geschichte hat mich zum einen das Leben selbst und ein Video, in dem zwar nicht sehr viel passiert, aber trotzdem irgendwie die Geschichte der kleinen Fee erzählt wird.

Dienstag, 3. Juni 2014

{Geschichte #11} Die kleine Fee


Die kleine Fee

Es war einmal ein kleine Fee.
Sie liebte den Sommer, liebte es über Blumenwiesen zu fliegen.
Ihre rotes Haar flatterte und leuchtete im warmen Wind wie Feuer.

Sie genießt die Freiheit, das Leben.
Doch was niemand weiß:
In der Fee ist Dunkelheit.
Erst war sie nur ein Punkt,
der sich immer weiter und weiter ausbreitete.
Bis die kleine Fee völlig davon erfüllt war.

Zu viel musste die kleine Fee erleben.
Zu viel musste sie sehen.
Zu großen Schmerz musste sie ertragen.

Schmerz, der sie innerlich zerstörte.
Doch das Feuer, es blieb.
Das Feuer, das der kleinen Fee jeden Tag Kraft gibt aufzustehen.
Das Feuer, das sie dazu bringt über die Wiesen zu fliegen,
um irgendwann wieder heil zu sein.

Doch auch wenn die Wunden heilen.
Irgendwo in ihr wird immer ein dunkler Punkt bleiben.

Aber vielleicht wird er
irgendwann
keine so große Bedeutung mehr haben.

Samstag, 10. Mai 2014

{Geschichte #9} Das Mädchen und ihre zerbrochenen Schneekugeln

Es war einmal ein Mädchen, das es schaffte jede Schneekugel, die es in seine kleine Hände bekam, einzubrechen, sodass die Flüssigkeit und der Schnee heraus liefen und zum Schluss nur noch die Figuren übrig blieben, die sie im Sommer mit in den Garten nahm und im Winter in ihrem Kinderzimmer mit einem selbstgestrickten kleinen Schal zudeckte.
Als ihre Mutter sah, was sie tat, schenkte sie ihrer Tochter Puppen mit denen sie spielen sollte, damit sie die Schneekugeln nicht immer kaputt machen musste.
Doch das Mädchen rührte die Puppen nie an. Sie wollte nur noch mehr Schneekugeln.
Die Mutter sagte, sie bekäme erst wieder eine, wenn sie verstanden hätte, dass man Schneekugeln nicht zerstört, dass ihr einziger Zweck darin bestehe geschüttelt zu werden, damit der Schnee auf die Figuren fällt.
Doch das Mädchen verstand es nicht.
Niemals wieder schenkt man ihr eine Schneekugel, also begann das Mädchen sie zu stehlen. Aus dem Laden und manchmal sogar von anderen Menschen.
Es gab großen Ärger als ihre Mutter das entdeckte. „Artige Mädchen stehlen nicht, artige Mädchen machen Spielzeug nicht kaputt“, versuchte sie dem Kind klar zu machen. Doch das Mädchen wollte einfach nicht hören.

Viele Jahre vergingen und mittlerweile war das Mädchen kein Mädchen mehr, sondern eine junge Frau.
„Sag mal“, begann die Mutter. „Weißt du noch, warum du als Kind jede Schneekugel zerstört hast?“
„Natürlich weiß ich das“, sagte die junge Frau.
„Ich habe dich früher nie danach gefragt. Aber … Warum hast du das getan?“
„Würdest du nicht heraus wollen, wenn du in einer Glaskugel gefangen wärst?“
„Ja...“
„Und würdest du nicht frieren, wenn es nur schneit, obwohl da draußen Sommer ist?“
„Ich denke schon.“
„Siehst du?“
„Naja, ich bin froh, dass du das mittlerweile nicht mehr machst.“ Die Mutter lachte und ihre Tochter auch. Nur lachten sie nicht aus dem gleichen Grund.

Am Abend ging die junge Frau nach hause, nahm eine Schneekugel, zerbrach das Glas mit ihren bloßen Händen und flüsterte: „Ja, ein Glück, dass ich es nicht mehr mache.“

Samstag, 25. Januar 2014

Gedicht #13 - Das Mauerblümchen

Das Mauerblümchen

Einsam wächst das Mauerblümchen
Einsam steht es in der Stadt
Die Blüten farblos und vertrocknet
Mit kurzem Stiel und keinem Blatt

Mittwoch, 1. Januar 2014

Gedicht #12 - Das Jahr

*Das Gedicht ist das erste, was ich in diesem Jahr gemacht habe - Während ich mir das Feuerwerk ansah.

Das Jahr

Sitze halb nackt und zugedeckt vor meinem Fenster
Starre hinaus und frage mich, was wird wohl sein
Die Dunkelheit legt sich in bunte Gewänder
Und der Moment ist nur noch Mein

Denke an all diese Wünsche und Träume
Doch keiner davon wurde wahr
Fülle mit ihnen alle meine Räume
Und wieder vergeht ein Jahr

Wir leben einfach weiter unser Leben
Die Träume explodieren in der Nacht
Das sieht so schön aus und wir lachen und wir reden
Und ziehen in eine neue Schlacht

Es ist diese Schlacht, die wir wie immer verlieren
Weil wir einfach nichts mehr tun
Im Leben werden wir wohl nicht mehr viel probieren
Und die Träume in den Räumen werden ruh´n

Samstag, 7. Dezember 2013

Hinter den Worten von "Alltag"

Danke für die Kommentare unter dem letzten Gedicht. Ich habe eigentlich gesagt, dass das "Hinter den Worten" schon etwas eher kommen wird, aber ich habe es dann doch nicht geschafft.
Aber hier ist es endlich.

1. Wie ich auf die Idee kam
Es war einer dieser Tage, an denen man einfach nur müde und zu nichts fähig ist. Es war ein Wunder, dass ich überhaupt irgendeine Idee bekam und noch ein größeres, dass ich sie aufgeschrieben habe. Sonst bin ich immer total unproduktiv.
Ich lag also in meinem Bett und habe die weiße Zimmerdecke angestarrt und habe über die letzten Tage nachgedacht.

2. Was ich mir bei dem Gedicht gedacht habe
Ich habe also über meinen Alltag nachgedacht, über all die Dinge, die ich getan und gesagt habe. Ein paar gute Dinge, wie Schokolade mit seinen Freunden teilen, aber auch schlechte Dinge, wie Lügen. Vielleicht waren es nur Notlügen, aber ich habe gelogen.
Jeder Mensch lügt - und das nicht sehr selten. Es geht schon bei normalen Fragen los, wie "Wie geht es dir?". Die meisten sagen grundsätzlich "Gut" und denken nicht weiter darüber nach, wie es ihnen wirklich geht. Jeder Mensch hat im Alltag schon irgendetwas Falsches getan, was ihm erst später bewusst wurde. Jeder hatte doch schonmal bei irgendetwas Schuld. - Und wenn es nur bei kleinen alltäglichen Dingen passiert ist.
Jeder hat sozusagen keine weiße Weste, sondern Blut an den Händen.

Donnerstag, 28. November 2013

Gedicht #11 - Alltag

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Schwarze Flecken
an weißen Wänden,
an Böden und Decken.
Blut an den Händen.
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Dienstag, 8. Oktober 2013

Gedicht #9 - Das Mädchen, das nie weinte

Das Mädchen, das sie weinte

Mir fiel mal ein ein Märchen,
wie ein Gedicht, das sich schlecht reimte
über ein wundersames Mädchen,
das nie und nimmer weinte.

Als es klein war war die Mutter froh,
das Kind war pflegeleicht
und jeder meinte „So, so
keine Träne, so weit das Auge reicht.“

Ein wenig später in der Schule,
sagten allen anderen sich:
„Die ist doch immer nur die Coole,
sie zum weinen bringen, das schaffen wir. Nicht?“

Und so dachten sie alle nach,
was täten sie diesem Mädchen an,
damit sie endlich schniefend sprach
und auch mal weinen kann.

Also schlug man sie,
verletzte sie,
betrug man sie,
versetze sie.

Die Qual wurde noch härter,
man folterte sie:
Die Schüler, der Lehrer und auch der Gärtner,
doch weinen, das tat sie nie.

Ein Jahr verging
und still war der Wind.
An der Decke hing,
ein Strick und das Kind.

Montag, 8. Juli 2013

Hinter den Worten von "Bächlein"

Leider kam ich nicht dazu eure Kommentare unter dem letztem Gedicht zu beantworten. Ich habe aber alle gelesen und habe mich sehr gefreut. Danke =)

1. Wie ich auf die Idee kam
Ich wollte schon immer etwas über Wasser schreiben, was man auch als Metapher auf das reale Leben übertragen kann. Als es dann in Mai und Juni so stark regnete und kleine Bäche zu riesigen Flüssen geworden, sind hatte ich die Idee.

2. Die Metapher
Wie ich es hasse mein eigenes Zeug zu interpretieren...
Vielleicht solltest ihr den nächsten Abschnitt nicht lesen und euch lieber eure eigenen Gedanken dazu machen, weil für jeden ein Gedicht eine andere Bedeutung haben kann. Falls ihr aber wissen wollt, was ich darüber denke, dann lest (ich glaube aber, dass ich so was ähnliches schon mal geschrieben habe):

Jeder, egal wie ruhig er wirkt, hat in sich eine wilde Seite. Man gibt sich nach außen "gezähmt", aber innerlich ist man "unbändig". Und manchmal fehlt nur ein Grund, also der Regen, dass diese Seite zum Vorschien kommt und jeder sie sehen kann.

3. Fragen an euch
Meine erste Frage wäre, ob ihr das Gedicht auch so gesehen habt wie ich oder etwas ganz anderes? Habt ihr überhaupt an eine Metapher gedacht oder euch eher auf die Natur konzentriert?

Und die nächste Frage: Wie findet ihr das neue Design? Mir wurde das Rot zu aggressiv und ich wollte etwas helleres. Meint ihr, dass das mit der Schrift hinhaut? Habt ihr vielleicht Verbesserungsvorschläge?

Sonntag, 12. Mai 2013

Gedicht #4 - Sonnenlicht

Sonnenlicht

Sonnenlicht
Oh, Sonnenlicht
Scheinst so hell
Raubst mir die Sicht

Sonnenlicht
Oh, Sonnenlicht
Bist so warm
Warum ich nicht

Sonnenlicht
Oh, Sonnenlicht
Du bist zu schön
Für mein Gesicht

Sonntag, 21. April 2013

Geschichte #2 - Zeitvoll

Es war einmal ein Mädchen. Kein normales Mädchen, dieses hier war schön wie kein anderes und klüger als man sich vorstellen konnte. Aber es waren nicht die Schönheit und die Klugheit, was sie wirklich besonders machte. Es war ihr Herz.
Denn statt ihres Herzschlags kam aus ihrer Brust, wenn man ganz genau hinhörte, ein leises gleichmäßiges Ticken, wie bei einer Uhr. Und so war auch das Leben des Mädchens. Tag für Tag drehte sie ihre Runden, tat die gleichen Dinge. Immer zur selben Zeit, immer am selben Ort.
Und während sie das tat beobachtete sie die Menschen in ihrer Umgebung. Sie beobachtete, wie sie Sekunde für Sekunde älter wurden, wie sie sich weiter entwickelten, wie sie mal kamen und mal nicht. Einmal hatte ihr eine Freundin erzählt, dass die Zeit manchmal für sie zu schnell verging, aber dann wieder Momente kamen, an denen sie zu langsam war. Einmal hatte das Mädchen sogar gesehen, wie für jemanden die Zeit stehen blieb.
Die Menschen klagten über die Zeit. Sie wurde ihnen nie gerecht.
Und manchmal dachte sie über das, was man ihr über die Zeit erzählte, nach. Sie wünschte sich eine Sekunde erleben zu könnte, die sich anfühlte wie eine Stunde. Sie wünschte sich einen ganzen Tag, der sich anfühlte wie eine Minute.
Es quälte sie, dass sie immer wusste, wie lange sie schlief, wie lange sie brauchte um eine Zeile eines Buches zu lesen, wie lange sie jemanden küsste. Es quälte sie, dass sie sich an alles aus ihrem Leben erinnern konnte, an all die guten, aber auch an alle schlechten Dinge.
Und deshalb wünschte sie sich am meisten, dass die Uhr in ihr endlich aufhören würde zu ticken und vollkommene Stille in ihr war.

Samstag, 6. April 2013

Gedicht #3 - Marionetten

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An klirrenden Ketten,
im staubigen Licht,
hängen Marionetten
ohne Gesicht. 
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