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Donnerstag, 29. August 2013

Geschichte #4 - Meine Fortsetzung von "Virginia und Will"

* Die folgende Geschichte ist nur eine von mindestens 10 Ideen, wie es weiter gehen könnte. Es muss also nicht so ausgehen. Die Geschichte endet so, wie IHR es für richtig haltet. Hier kommt ihr nochmal zum Anfang.

Es ist einfach. Meine Füße lenken mich, ich muss nicht darüber nachdenken, wohin ich renne. Ich renne einfach. Und es ist schwer. Es ist schwer zu wissen, dass ich zu spät sein werde. Zu Spät, zu Spät, zu Spät...
Wie ein Mantra spielen sich die Worte in meinem Kopf ab, brennen sich in meine Gedanken, meine Haut. Sie brennen sich in meine Füße.

Das riesige alte Haus nehme ich nicht war und ihre Eltern, die mich anschreien, scheinen weit entfernt. „Verschwinde“, höre ich sie rufen. „Wir wollen dich hier nicht, Mittelklasse.“
Ich erklimme die Stufen. Unendliche Stufen in dem riesigen Haus. Und dann ist alles rot.
Rot, wie die Liebe. Rot, wie die Wut. Rot, wie die Rosen in Virginias Garten und wie ihre sanften Lippen, die mich scheu küssten, weil es ihnen verboten war.
Rot, wie Virginias Blut.
Zu Spät, flüstert eine Stimme in mir spöttisch. Zu Spät, zu Spät, zu Spät...
Es ist schwer, nicht zu wissen, was sie getan hat und das viele Blut zu sehen. Es ist schwer in ihre traurigen Augen zu blicken und zu wissen, dass es meine Schuld war. Ich schließe sie.
Und ich nehme Virginias kleinen, schmalen Körper in meine Arme und weine. Ich weine, weil ich es bis jetzt nicht konnte und ich weine, weil ich wütend bin. Wütend auf auf ihre Eltern, weil sie uns nicht zusammen ließen. Wütend auf Virginia, weil sie diesen Ausweg wählte. Und wütend auf mich, weil ich sie nicht retten konnte.
„Was hast du getan?“, höre ich die hilflosen Rufe ihres Vaters und ihrer Mutter. „Was hast du mit ihr getan?“ Auch sie weinen. Sie weinen um ihre Tochter, die sie nie verstanden haben. „Verschwinde und komm niemals wieder.“
Ich spüre den Hass in ihrer Stimme. Ich sehe sie an. Sie sind dumm.
Ich lasse Virginia los. Meine Virginia. Ja, ich verschwinde. Aber ich ich werde wieder kommen. Irgendwann. Und dann werde ich mich rächen für all das, was sie ihr angetan haben.

Montag, 26. August 2013

Gastpost #3 - Fortsetzung "Virginia und Will" von Ellen

Die letzte Fortsetzung, die an mich geschickt wurde ist von Ellen. Eigentlich wollte ich sie schon vor einigen Tagen veröffentlichen, aber bei mir zu Hause ging das Internet mal wieder nicht. Tut mir Leid =)
Bei Ellen gibt es zur Zeit auch eine Schreib-Aktion, bei der ich schon mitgemacht habe. Diesen Text hat sie hier veröffentlicht, dankeschön. 

Aber nun zu Ellens Fortsetzung. Hier kommt ihr noch einmal zu meinem Anfang.Und Entschuldigung, dass es mit der Formatierung nicht ganz hingehauen hat.
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Der Wind peitschte mir ins Gesicht. Ich konnte nichts anderes tun. Nur rennen. Immer schneller und schneller. Nein, das konnte sie nicht tun. Das durfte nicht sein. Nicht meine Virginia. Es war mir egal. Es war mir egal, dass wir nicht zusammen sein konnten. Es war mir egal, wie es aussehen würde, wenn ich plötzlich dort erschien. Es war mir alles egal. Hauptsache Virginia war am Leben. Ich bog scharf nach Links ab und raste in den kleinen Wald hinein. Ich hatte Mühe mein Tempo bei zu halten, aber ich würde dennoch schneller sein, wenn ich durch den Wald rannte als wenn ich außen herum die Straße entlang lief. Wo sie wohl war? Natürlich würde ich erst bei ihr Zuhause nach sehen. Das war wohl klar. Ich sprang wieder aus dem Dickicht auf die Straße zurück und hätte beinahe ihren Bruder Miro umgerannt. „Was willst du hier?“ schimpfte er. „Wo ist sie?“ rief ich und packte ihn an den Schultern. „Spinnst du? Du hast hier nichts zu suchen. Mach das du weg kommst.“ fauchte er und befreite sich aus meinem Griff. „Virginia!“ schrie ich. „,Virginia. Bist du hier?“ Es kam keine Antwort. Wo konnte sie sein? Doch nicht etwa...? Grob wurde ich von hinten an den Schultern gepackt und zurück ins Gebüsch geschleudert, aus dem ich vorhin noch gesprungen war. „Verschwinde. Sie ist verlobt. Du kannst nicht zu ihr.“ rief mir Miro entgegen und wollte gerade wieder auf mich losgehen, als ich leichtfüßig hoch sprang, mich umdrehte und erneut in den Wald raste. Nur diesmal mit einem klaren Ziel vor Augen.
Der Berg.
Um Himmels willen sie war doch nicht etwa wirklich dort hinauf um zu springen. Das durfte nicht sein. Es ging nicht in meinem Kopf hinein. Virginia. Nein. Nein. Nein. Der kleine Pfad,der mir durch die etlichen Wochen vertraut geworden war wurde steiler und keuchend rannte ich weiter. Meine Lunge schmerzte doch es war mir egal.
Ich hätte den Weg im Schlaf gehen können. Nur war ich noch nie so schnell auf den Berg gesprintet. Der Berg wo Virginia und ich uns Wochenlang heimlich getroffen hatte. Hinter dem Rücken ihres verlobten, Olaf. Der ihr von Geburt an als Mann auserkoren war. Zuerst hatte sie es sich ganz passabel gefallen lassen. So war es Tradition in ihrer Familie. So musste es sein. Zumindest bis ich in ihrem Leben aufgetaucht war. Das hatte ihre kleine Welt völlig auf den Kopf gestellt. „Ich sehe alles falsch herum. Es kommt mir so verkehrt vor. Doch wenn du bei mir bist, ist die Welt nicht länger verkehrt. Nicht länger verwirrend. Ich sehe alles mit einer solchen Klarheit, dass es schon beängstigend ist. Überall sind Farben  So bunt und schön wie nie zuvor. Du bringst Farbe in meine Welt.“ hatte sie immer geschwärmt. Doch jetzt wollte sie all dies beenden. Unwiderruflich  Sie wollte nicht in einer verdrehten Welt leben. Wollte nicht ohne ihn Leben. Doch ich konnte einfach nicht zulassen das sie sich umbrachte. Ich beschleunigte mein Tempo noch mehr und alles in mir Protestierte. Alles. Bis auf mein Herz. Es schrie ihren Namen in verzweifelten Versuchen sie zu finden. Virginia.
Bitte, es darf nicht zu spät sein, flehte ich zum Himmel.

Endlich konnte ich die Spitze des Berges sehen. Ich sah den kleinen Fels am Rande. Dort hatten sie immer gesessen. Hand in Hand. In aller Zweisamkeit. Auf genau diesem Fels konnte ich nun eine kleine zierliche Gestalt erkennen. Ihre goldenen Haare wehten im Wind. Sie trug ein Saphirblaues Kleid, das ihre Taille gut zu Geltung brachte. Ich liebte dieses Kleid. Ob sie es seinetwegen trug? „Virginia.“ rief ich. Sie hörte mich nicht und machte noch einen Schritt auf den Abgrund zu. „Virginia.“ schrie ich noch einmal aus Leibeskräften. Endlich erreichte ich die Spitze des Berges. „Virginia. Nein.“ Sie hörte ihn. Drehte sich um. In ihren Augen standen Tränen. Ich blieb stehen. Zwischen uns lagen nur noch wenige Meter. Ich streckte die Hand nach ihr aus. Ein Angebot. „Virginia. Tue das nicht. Bitte.“ flehte ich sie an. „Ich will es aber so.“ sie schluchzte leise. „Ich will Olaf nicht Heiraten und das werde ich auch nicht. Ich will dich. Doch sie, meine Familie, wollen das nicht. Das hier..." sie deutete auf den Abgrund. ",ist der einzige Weg Will.“ Ihre Stimme war kaum mehr als ein Flüstern. „Es gibt immer einen Weg. Bitte, beende es nicht. Wir finden einen Weg. Versprochen. Ich...wir...wir gehen Weg. Wohin du willst. Nur Weg von deiner Familie. Dann Heiraten wir, gründen eine Familie. Was immer du willst. Wohin immer du willst.“ sagte ich. Unsicherheit flackerte in ihrem Blick auf. „Das würdest du tun? Du würdest deine Familie, deine Freunde einfach alles aufgeben. Für mich?“ fragte sie. Ich nickte. „Ohne zu zögern.“ sagte ich feierlich. Ein lächeln huschte über ihr Gesicht. Langsam machte sie einen Schritt zurück und wandte sich dann vollständig zu mir um. Mit zwei Schritten war sie bei mir. Ich zog sie in meine Arme und küsste sie aufs Haar. „Oh Danke.“ flüsterte sie bevor sie hinzufügte. „Du würdest wirklich überall mit mir hingehen?“ Ich lächelte. „Bis ans Ende der Welt.“ versprach ich glücklich.
 

Donnerstag, 22. August 2013

Gastpost #2 - Fortsetzung "Virginia und Will" von darkest.heart

Die zweite Einsendung kommt von darkest.heart. Hier kommt ihr zu ihrem Kunstblog und hier veröffentlicht sie weitere Geschichten. Dort könnt ihr gleich mal drauf klicken, wenn euch ihre Fortsetzung genauso gut gefällt wie mir.

Hier kommt ihr nochmal zu meinem Anfang und hier zu Schreib-Aktion.
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Mein Kopf ist leer. Ich weiß nicht, wie ich hier her kam. Ich sehe nur, dass ich angekommen bin. Der Regen hat meine Kleidung komplett durchtränkt. Ich kämpfe meine Finger durch mein nasses Haar und einige kalte Tropfen laufen mir den Rücken hinunter. Ein eisiger Schauer folgt. Meine Füße bewegen sich mechanisch und tragen mich zu meinem Ziel.
Vor einem kleinen Häuschen machen sie halt. Über dem Dach befindet sich ihr Fenster. So viele Erinnerungen kleben an diesem Fenster, doch ich kann sie nicht abrufen. Ich klettere hinauf und klopfe gegen die Scheibe. Ich klopfe noch einmal. Ein Drittes Mal. Ein letztes Mal. Ratlos bleibe ich einen Moment auf den nassen Schiefern sitzen und versuche zu denken. „Hier ist es wie in einem schlechten Liebesfilm.", huscht mir dieser eine Satz durch meine graue Denkmasse. Wie ein naives Kind beginne ich über diesen einen Satz zu lachen und plötzlich füllt sich Gehirn wieder. Ich weiß genau, was ich jetzt tun muss! Und ich renne.
„SIE LEBT!", schreit meine innere Stimme und ich bekomme Migräne. Auf dem Geländer der alten Eisenbahnbrücke steht sie und blickt hinab in die trüben, reißenden Fluten des Flusses. Hier haben wir oft gesessen und ich habe sie festgehalten, umklammert, weil sie Angst vor der Tiefe hatte. Ich nähere mich langsam und lege in ihre Hand die meine. Sie rührt sich nicht, dreht sich nicht um und sagt auch nichts. Ich steige zu ihr auf die breite Brüstung. Nun wendet sie ihren Blick zu mir: Du hättest nicht kommen dürfen!, sagen ihre großen schwarzen Augen, die gefüllt mit Tränen sind. Ich nicke und wische ihr den Regen aus dem Gesicht. „Wieso willst du mich verlassen?" Ich erwarte keine Antwort, denn es gibt keine. „Wieso willst du die Welt verlassen?", stelle ich meine Frage richtig und lege ihr einen Arm um die Schulter. „Wieso gehst du ohne mich?" - „Weil die Welt dich noch braucht!" Ich drehe sie zu mir um und nehme sie in den Arm. „Du bist nicht weniger wert, als ich!"
Ich halte ihren Körper fest umschlungen und neige mich zur Seite. „Ich liebe dich!", flüstere ich, bevor wir auf das Wasser aufschlagen.

Dienstag, 20. August 2013

Gastpost #1 - Fortsetzung "Virginia und Will" von Janina

Vor etwa einer Woche habe ich zu einer kleinen Schreib-Aktion aufgerufen, in der es darum ging, meine Kurzgeschichte "Virginia und Will" fortzusetzen. Schon nach so kurzer Zeit habe ich zwei Fortsetzungen zugeschickt bekommen und die erste veröffentliche ich heute (ihr könnt immer noch mitmachen).

Janina schickte mir ihre Geschichte schon einen Tag nachdem ich zur Aktion aufrief und ich finde sie sehr gelungen.

Viel Spaß beim Lesen =)
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Zu Spät
Es darf nicht zu spät sein, dieser Gedanke ist in meinen Kopf und wird nicht weg gehen bevor ich sie nicht gefunden habe. So vieles haben wir zusammen durch gemacht. Solange haben wir gegen alle anderen gekämpft, so darf es einfach nicht enden! Dies kann einfach nicht das Ende sein. Bevor sie kam lebten wir beide in verschiedenen Welten, doch vom ersten Moment als wir uns sahen wurde uns klar, dass wir die Welten teilen mussten.
Keine unser Beiden Welten war gut, ihre ein kleiner Schmutziger Bezirk, die sie sosehr liebte und meine die Welt der reichen und schön, doch ein goldener Käfig.
War es nicht alles meine Schuld gewesen?
Ich hatte es geschafft das Virginia einen Platz an einer Kunstschule bekommen hatte, hatte ich sie umgebracht?
Voller Wut beschleunigte ich meine Schritte, mir war klar wo sie war, meine Füße würden diesen Weg immer finden.
Den Weg denn ich immer wieder mit ihr gegangen war. Hand in Hand. Der Weg wo ich meinen ersten Kuss mir stahl, wo ich mit ihr lachte, in einer Zeit als mir nicht klar war was los war.
Wie ungerecht es war. Wie konnte es sein das Virginia unglücklich sein musste. So vieles wollte ich ihr geben, soviel Hilfe hätte sie bekommen, jedoch hatte sie nie etwas gesagt. Depression. Was für ein Hässlicher Name. Die Krankheit die Virginia immer mehr übernommen hatte. Die Krankheit gegen die ich nichts tun konnte.
Ein Schluchzen kam aus meiner Kehle. So durfte keine Geschichte enden, und vor allen nicht unsere.
Sissy und ihr Prinz. So oft hatte Virginia uns mit den beiden verglichen und jetzt sah ich wie recht sie hatte, hatte sie schon immer gewusst wie es enden würde?
Ich hatte keine Zeit weiter drüber nachzudenken, nicht über meinen Vater der sie so hasste, nicht über ihre Tante die Virginia das kleine Haus vermacht hatte, nicht über die Tränen die über ihre Wangen geflossen waren und nicht über ihr lebhafte Art die ich immer weiter zerstört hatte.
Mein Ziel erreicht, und doch nicht.
Die kleine Hölzerne Brücke war vor mir, und zu einsam. Ich war zu spät. Diese Erkenntnis traf mich eiskalt. Ihre roten Schuhe standen noch an der Reling der Brücke.
„Wenn ich irgendwann sterbe, denn will ich dort sterben wo alles angefangen hat“
Virginias Worte, mir war damals nicht klar gewesen, dass sie die Brücke meinte. Der Ort wo wir uns kenn gelernt hatten.
Meine Füße Zitterten und gaben nach, es war zu spät. Tränen rollten über meine Wange und vernebelten meine Sicht.
Zu spät. Der einzige klare Gedanke den ich fassen konnte. Zu spät.
Vorsichtig sah ich an der Brücke runter und erstarte. Ein kleiner lila Seiden Schall schwirrte durch die Luft.
Ich wurde still. Der Schal den mein Vater ihr Geschenkt hatte, ihre goldene Gefängnis Kette. Wie sehr hasste ich meinen Vater für alles was er ihr angetan hatte. Meine Finger schlossen sich um die Brücken Gitter und vorsichtig zog ich mich auf.
Immer noch von Tränen geblendet sah ich zum Mond hoch. Seine weißen Strahlen vielen auf den Asphalt und es wirkte so als wäre eine Gestalt da.
Nein, es wirkte nicht nur so.
Virginia stand da, mit ebenfalls Tränen überströmten Gesicht.
„Ich hab mich nicht getraut…“
Ihre Stimme war brüchig doch so wunderschön.
Mit zitternden Beinen machte ich erst langsame den immer schnelleren Schritte auf sie zu. Meine Arme erreichten sie zu erst und schlossen sie in meine Arme.
Ich würde sie nie wieder los lassen, nie wieder…
Ende

Sonntag, 11. August 2013

"Schreibwettbewerb" + Tipps&Tricks #1 - Kurzgeschichten

Erstmal wieder einen riesigen Dank an alle, die unter der letzten Geschichte einen Kommentar da gelassen haben. Danke, dass sie euch so gut gefallen hat.

Ob die Geschichte weiter gehen soll, wusste ich als ich sie veröffentlicht habe noch nicht. In den Kommis kam es zu geteilter Meinung. Einerseits ist so ein Ende schon ein bisschen blöd, aber auf der anderen Seite würde ich gerne die Fantasie der Leser anregen.

Und so kommen wir auch gleich zum Wettbewerb, der eigentlich gar kein Wettbewerb ist, weil jeder sozusagen "gewinnt".
Ich habe mir überlegt, dass sich die kreativen Köpfe unter euch, wenn ihr Lust habt, mal Gedanken machen und weiter schreiben können. Schickt mir eure Fortsetzungen und euren Bloglink einfach an luisalunacy@gmail.com und ich werde sie hier veröffentlichen (ihr könnt natürlich auch mitmachen, wenn ihr keinen Blog habt). 
Regeln gibt es keine (ihr müsst mir also nicht folgen und mich nicht verlinken), da es ja nicht wirklich etwas zu Gewinnen gibt und alles nur zum Spaß am Schreiben wäre. Außer zwei Sachen: Die Geschichte muss von euch sein und nicht all zu lang! Und ihr solltet Spaß am Schreiben haben. Zwingt euch zu nichts. Ihr mögt keine Liebesgeschichten? Dann macht daraus einen spannenden Thriller oder ein Fantasy-Abenteuer, schreibt, worüber ihr Lust habt.

Einsendeschluss: Gibt es nicht. Schreibt einfach, wenn ihr Lust habt. Hoffe, dass jemand mitmacht. Hier kommt ihr noch einmal zur Geschichte.

Aber jetzt zum eigentlich Post. Vielleicht hilft euch der, wenn ihr mitmachen wollt.

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1. Was ist eine Kurzgeschichte?
Bestimmt hattet ihr das alle schon in der Schule, aber vielleicht könnte es die jüngeren Leser/innen interessieren. 
Die "short stories" entstanden in Amerika. In Deutschland kamen die dann vor allem in der Nachkriegszeit auf.
Eigentlich ist der Begriff "Kurzgeschichte" ziemlich schwer zu definieren. Der Name sagt, dass es eine kurze Geschichte ist, aber eine Kurzgeschichte muss nicht unbedingt kurz sein. Ich würde sagen, dass damit eher die Oberflächlichkeit gemeint ist. Das heißt nicht, dass Kurzgeschichten nicht tiefsinnig sind. Ich meine damit, dass es in der Regel keine Vorgeschichten gibt, kein richtiges Ende und auf die Figuren wird meist auch nicht tiefer eingegangen. Außerdem spielen die Geschichten meist nur in einem sehr geringen Zeitraum (aber mehr dazu gibt es bei den Merkmalen).

Deshalb fällt es mir persönlich immer etwas schwerer, eine Kurzgeschichte zu schreiben, weil ich mich gerne tiefer mit den Figuren und ihrer ganzen Geschichte auseinandersetze.
In "Virginia und Will" habe ich das nicht getan. Mir ist erst vor ein paar Tagen aufgefallen, dass sich die Geschichte fast komplett an die wesentlichen Merkmale einer Kurzgeschichte hält und deshalb werde ich die jetzt auch gleich als Beispiel dafür nehmen.

2. Die Merkmale
Die Merkmale sind nur kleine Richtlinien, an die man sich halten kann, aber nicht muss. Man kann immer etwas anders machen und es bleibt trotzdem eine Kurzgeschichte. Trotzdem werde ich sie hier aufzählen und immer eine Verbindung zu meiner Geschichte erstellen.

2.1 Geringer Umfang
Meine Geschichte umfasst genau 333 Wörter, was sehr wenig ist. Ich habe aber auch schon Kurzgeschichten gelesen, die 60 Seiten lang waren. Es kommt also darauf an, wie man "kurz" definiert. Es sollte nur kein 600-Seiten-Wälzer sein.

2.2 Der Zeitraum
Der Zeitraum ist, wie gesagt, sehr kurz. Oft sind es nur ein paar Minuten oder Stunden, so ist es zumindest bei den meisten, die ich gelesen habe. Nur wenige gingen über mehrere Tage. "Virginia und Will" geht, wenn man es genau nimmt, nur einige Sekunden lang.

2.3 Keine Einleitung und Vorgeschichte
Der Leser wird gleich mit dem Hauptgeschehen konfrontiert.Virginia möchte sich umbringen. Man erfährt, dass sie nicht bei ihrem geliebten Will sein kann, aber man erfährt nicht, warum das so ist. Man weiß auch nicht, wie die Liebe der beiden zu Stande kam. Sie lieben sich, können nicht zusammen sein, sie will sich umbringen, er will sie retten. Mehr nicht.

2.4 Der Ort ist unbekannt und wechselt kaum
Mit diesem Punkt kann ich mich gar nicht anfreunden, weil ich beinahe jeder Kurzgeschichte, die ich gelesen habe, der Ort bekannt war. Oft ist die Umgebung ein entscheidender Punkt. Zum Beispiel wird sich jemand, der gerade an einem Schwimmwettbewerb teilnimmt, bestimmt in einem Schwimmbecken befinden.
Es war irgendwie nur Zufall, dass man bei mir nicht erfährt, wo Will gerade den Brief liest.

2.5 Keine genauen Zeitangaben
Diesen Punkt finde ich wiederum ganz gut. Es bringt einen dazu, zu zeigen, in welcher Zeit man sich befindet, nicht zu erzählen. Handelt die Geschichte von einer Prinzessin, die gegen ihren Willen verheiratet wird, spielt die Geschichte bestimmt nicht in der Gegenwart, trinkt der Gegenüber gerade eine Coca Cola, spielt sie garantiert nicht in der Steinzeit.
Ob meine Geschichte in der Vergangenheit oder Gegenwart spielt, möchte ich jetzt nicht verraten, falls doch jemand eine Fortsetzung schreiben sollte.

2.6 Alltägliche Situation
Normalerweise passieren in Kurzgeschichten Dinge, die jedem normalen Menschen, irgendwann mal passieren können. Alles was passiert ist normal und passiert vielleicht sogar ziemlich oft. Allerdings, wozu braucht man dann eine Geschichte? Ist es in Geschichten nicht üblich, dass genau die Dinge passieren, die nicht Alltag sind? Geschichten sind doch dafür da in eine andere Welt einzutauchen und unterhaltsam zu sein. Es ist wirklich selten, dass das mit einer Alltagssituation funktioniert.
Und wenn, dann Respekt für den Schriftsteller.

2.7 Ein wichtiger Teil aus dem Leben einer Person
Die Teilüberschrift sagt ja schon alles und es ist ein ziemlicher Gegensatz zu 2.6. Die wichtigen Teile aus dem Leben eines Menschen sind eben meist nicht alltäglich und ich glaube, dass ich hier nicht weiter drauf eingehen muss.

2.8 Keine genauere Beschreibung der Figuren
Oft haben die Figuren in Kurzgeschichten kein bestimmtes Aussehen, oftmals fehlt sogar der Name. Man hat nur die Figur und das was er im Moment fühlt und eventuell spricht. An diesen Punkt kann ich mich nicht so gut halten, weil sich meine Figuren beim Schreiben immer zu Personen entwickeln, die eine Vor- und Nachgeschichte haben und somit auch ein Aussehen und Namen.
Zumindest weiß man in "Virginia und Will" nicht, wie Will aussieht und von Virginia nur, dass sie blaue Augen und blasse Haut hat.
Wie man eine Figur lebendig gestaltet, ohne wirklich auf sie einzugehen, muss ich noch lernen.

2.9 Wenige Figuren
Normalerweise gibt es höchstens nur Zwei Hauptfiguren, vielleicht Drei. Nebenfiguren gibt es in der Regel nicht. Kurzgeschichten sind nichts ausgeschmückt. Es gibt nur eine Haupthandlung und dementsprechend nur die Hauptpersonen, die für die Handlung wichtig sind. Aber wie ich schon die ganze Zeit sage: Es gibt immer Fälle, in denen das nicht so ist.

2.10 Offenes Ende
Das Ende soll die Phantasie des Lesers anregen. Er soll über die Geschichte nachdenken und sich selbst einen Kopf machen, wie es weiter gehen könnte. Ein offenes Ende habe ich und ich hoffe, dass ihr euch auch ein paar Gedanken darum gemacht habt. In dem Fall würde es mich freuen, wenn ihr oben mitmacht. 
Würde mich über eure Versionen freuen.

3. Abschlusswort
Huch, ist das ein langer Post geworden. Hilfe dabei waren mein alter Deutschhefter und Dr.Google. Hoffentlich konnte ich euch ein bisschen weiter helfen. Ich weiß, dass ich selbst noch sehr unerfahren bin, was das Schreiben angeht. Trotzdem versuche ich immer zu helfen. Also, wenn ihr Fragen habt, was das Schreiben angeht oder ihr Probleme habt, ich würde euch gerne helfen. =)
Ihr könnt mir auch gerne Themenvorschläge für das nächste Tipps&Tricks geben.

Montag, 5. August 2013

Geschichte #4 - Virginia und Will

Will,

ich halte mein Gesicht in die Sonne. Ich kann die Wärme spüren. Sanfter Wind umspielt meine Haare, meine Hände und mein Kleid. Ich höre die Lieder der Vögel und das Lachen der Kinder, die in den Gärten spielen. Ich sehe die bunten Blumen und das Gras wirkt grüner als sonst.

Ich lächle.
Und dennoch bin ich ein wenig traurig. Denn bald wird das alles vorbei sein. Für mich. Ich werde sterben.

Aber ich denke, dass es so besser ist. Für uns.
Wir können nicht zusammen sein, nicht in dieser Welt, und ich sterbe lieber als ein Leben ohne dich verbringen zu müssen.

Du musst denken, dass ich selbstsüchtig bin. Vielleicht bin ich das. Aber ich tue es auch für dich.
Du hast gesagt, dass du mich liebst. Und wenn das wirklich stimmt, dann weißt du, dass es mir nicht gut geht. Du sagtest, dass es du es nicht ertragen kannst, wenn ich traurig bin.
Und ich kann es nicht, wenn du es bist.
Und ich kann nicht zu dir kommen und dich trösten.

So kann ich nicht leben.
So will ich nicht leben.

Und versuche dir nicht einzureden, dass wir eine Lösung finden. Du weißt, dass es keine gibt. Will, vielleicht werde ich sogar glücklich, wenn es danach etwas gibt.
Du solltest auch glücklich sein.

In Liebe,
Virginia

Wieder und wieder lese ich die Zeilen, versuche den Sinn zu finden, versuche zu verstehen. Ich stelle mir Virginia vor, wie sie auf den steinernen Stufen, die zu ihrer Veranda führen, sitzt, in ihren blassen Händen das weiche Papier und der Stift, dessen Feder, der die Worte beinahe wahr werden lässt. Ich sehe ihre nachdenklichen blauen Augen, die ab um zu aufblicken. Sie versucht die richtigen Worte zu finden.
Meine Virginia.
Es ist Nacht, den Brief schrieb sie am Tag. Ich würde weinen, wenn ich könnte. Aber ich bin unfähig meine Kraft mit Tränen zu verschwenden. Ich kann nur eins: Rennen.
Rennen, in der Hoffnung, dass es nicht zu spät ist, dass sie lebt.