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Samstag, 15. Oktober 2016

{Gedicht #23} Satin

Satin

Welch schöne Gestalt
geht so einsam durch die Nacht?
Sie singt und tanzt und weint und lacht.

Schillernd im Lichte,
wenn sie sich dreht.
Sie merkt nicht, wie die Zeit vergeht.

Schwarzer Satin,
so glänzend und glatt,
verdeckt alles, wo sie Schmerzen hat.

Die Musik, die Luft,
die Welt scheint verdorben.
Nur noch ein Schluck, um zu vergessen, was verloren.

Schwarzer Satin,
er entgleitet ihr.
Sie verliert Gefühl für Jetzt und Hier.

Der scheußliche Geschmack
in ihrem Munde versiegt,
doch nicht die Hitze in ihr und der kühlende Stoff, der sich um sie schmiegt.

Schwarzer Satin,
die Sinne getrübt,
frei von allen Sorgen, weil sie sich selbst betrügt.


Freitag, 25. September 2015

{Gedicht #22} Sehnsucht nach Meer

Sehnsucht nach Meer

Ich will Meer.

Meer sehen,
Meer spüren,
Meer fühlen,
Meer erleben.

Ich will Meer leben.

Meer lieben,
Meer-Menschen lieben
Meer sein.

Ich will Meer-Dinge tun,

Meer aus mir machen,
Meer in meinem Leben erreichen.

Ich will Meer-Träume erfüllen,

Meer träumen.

Ich will Meer.

Freitag, 27. Februar 2015

{Gedicht #21} Feuer

Liebes Feuer, schenk mir Licht
und vielleicht etwas Wärme,
denn die spür ich heute nicht.

Liebes Feuer, ich kann dich nicht verstehen.
Warum brichst du aus?
Was ist bloß geschehen?

Wo deine Flammen sich zu schnell ausbreiten,
verbreitest du Angst und Hass und Wut,
während erschrocken wir die Augen weiten.

Ihr dichten Wolken aus schwarzen Rauch,
wenn wir hustend aus den Räumen fliehen,
tut ihr es durch die Fenster auch.

Was bleibt ist Angst, die in uns wütet,
denn den Rest hast du zerstört.
Wo sind wir jetzt noch wohl behütet?

Liebes Feuer, schenk mir Licht
und vielleicht etwas Wärme,
denn die spür ich heute nicht.


Donnerstag, 22. Januar 2015

{Gedicht #20} Maskenball

Maskenball

Tanzend und lachend,
die Menge verschwimmt,
hinter grinsenden Masken.
Das Leben beginnt.

Man sieht nur die Werke,
aus Pappe oder Holz,
bunt angemalt, geschmückt mit Federn.
Der Besitzer ist stolz.

Faszinierend ist die Kunst,
die in all dem steckt,
wie ein totes Ding,
lebende Gefühle verdeckt.

Dienstag, 2. Dezember 2014

{Gedicht #19} Rotkäppchen

Rotkäppchen

Mädchen mit dem Mantel so rot,
in deinem Korb ist Wein und Brot.
Doch du bist es, des Wolfes Gier,
mit deiner Haut, fast wie Papier.

Mädchen mit dem Mantel so rot,
hör doch zu, du bist in Not.
Geh zurück in deine Stadt,
denn der Wolf ist lang nicht satt.

Er führt dich in ein Blütenmeer
und dein Herz, es ist so schwer.
Er steht da gehüllt in Einsamkeit
und plötzlich tut er dir ganz Leid.

Bitte Mädchen, vertrau ihm nicht,
schau doch in sein falsches Gesicht.
Sein Lächeln bedeutet deinen Tod,
oh Mädchen mit dem Mantel so rot.

Der Tag vergeht, die Nacht bricht ein,
Rotkäppchen, du bist nicht allein.
Er wartet auf dich in seinem Versteck
Mädchen in rot, lauf ganz schnell weg.

Doch Kindlein, du bleibst einfach hier.
Er nähert sich langsam, fast wie ein scheues Tier.
Du lächelst ihn an, beinahe leidest du mit.
Dann tötest ihn mit einem Schnitt.

Dienstag, 16. September 2014

{Gedicht #18} - Männlein im Walde

.
.
Ein Männlein steht im Walde ganz still und stumm.
Es hat schon ein paar Falten und läuft gnaz krumm.
Ja, was tut bloß das Männlein
in dem dichten Wald allein?
Es wartet auf ein Kind, ganz zart und klein.
.
.

Dienstag, 19. August 2014

{Gedicht #17} Dein Leben

Dein Leben

Du sollst dein Leben leben
Über Gefühle reden
Zu Gott beten
Und ein Ziel anstreben

Du sollst deine Liebe finden
Aber dich nicht binden
Oder erblinden
Sondern sprinten

Und du ertrinkst in dem Meer
Aus Tränen und Teer
Dein Kopf ist leer
Und du kannst nicht mehr

Du versuchst dich zu drehen
Die Welt zu verstehen
Die Wahrheit zu sehen
Oder einfach zu gehen

Doch das kannst du nicht
Und dein trübes Gesicht
Sieht in das Licht
Das dir verspricht

Dass alles besser wird

Sonntag, 6. Juli 2014

{Gedicht #16} Das Ich in deinem Körper

Das Ich in deinem Körper

Leise sehe ich aus dem Fenster
und beobachte dich lange.
Dich verfolgen alte Gespenster,
doch du weißt, wonach ich verlange.

Deine Wunden heilen schneller,
aber meine reißen auf.
Kann nichts sehen über dem Rand vom Teller,
doch ich klettere hinauf.

Deine Probleme kenne ich auswendig
und ich lache sie nur an.
Nicht weil ich lachen will,
sondern weil ich nicht anders kann.

In deiner Seele ist es still,
ich erlebe deine Not.
Doch wenn ich zu dir kommen will,
droht ein neuer Tod.

Ich kann dich nur beobachten,
helfen darf ich nicht.
Nicht weil ich helfen will,
sondern weil man mich besticht.

Weißt du denn wie lange ich schon,
in deinem Körper bin.
Verfolge deine Assoziation,
dass ich wär dein Yin.

Dich selbst betrachtest du als das Yang.
Führst immer neue Kriege,
in denen ich niemals gewann.
Das ist der Grund, warum ich dir zu Füßen liege.

Und jeder Schritt ist jetzt zu weit.
Ich bin hier und träume.
Nicht weil ich träumen will,
sondern weil ich weiß, was ich versäume.

Deine Probleme machten sich in mir breit,
du hattest mich in dir eingeschlossen.
In mir verharrten Verzweiflung, Angst und Leid.
Doch jetzt bin ich frei, denn du hast dich erschossen.

Dienstag, 27. Mai 2014

{Gedicht #15} Egal

Egal

Atme tief ein, bin benebelt vom Bühnennebel
Lässt mich rein, bist angeekelt von mir und meinem Segel,
das ich setze im Meer aus Punkpisse und Bier
und du fragst mich:
„Kleines Mädchen, was machst du hier?“

Schließe die Augen, lass mich von den Wellen treiben, tu mir einen Gefallen:
Die anderen trinken, lass uns bleiben bis sie irgendwann fallen
in die Freiheit, auf den Boden und wir springen mit
und auf der Bühne spielt die Band ihren nächsten Hit

Denn es ist egal
Ja, so verdammt egal
Es ist egal, was heute Nacht passiert
Die Hände von jedem hier sind mit Blut beschmiert
und es ist egal

Samstag, 26. April 2014

{Gedicht #14} Sommerkind

Sommerkind

Hörst du das Lied des Sommers?
Hörst du es in der Luft?
Hörst du es mit deinen Händen?
Hörst du es im Blumenduft?

Siehst du das Lied der Vögel?
Riechst du die grenzenlose Freiheit?
Spürst du den Himmel auf deiner Haut?
Schmeckst du die Worte schöner Einsamkeit?

Liegst du im Winter mit geschlossenen Augen
unter der Decke und machst dich ganz klein?
Träumst du von der Wärme der Sonne?
Dann kannst du nur ein Sommerkind sein.

Samstag, 25. Januar 2014

Gedicht #13 - Das Mauerblümchen

Das Mauerblümchen

Einsam wächst das Mauerblümchen
Einsam steht es in der Stadt
Die Blüten farblos und vertrocknet
Mit kurzem Stiel und keinem Blatt

Mittwoch, 1. Januar 2014

Gedicht #12 - Das Jahr

*Das Gedicht ist das erste, was ich in diesem Jahr gemacht habe - Während ich mir das Feuerwerk ansah.

Das Jahr

Sitze halb nackt und zugedeckt vor meinem Fenster
Starre hinaus und frage mich, was wird wohl sein
Die Dunkelheit legt sich in bunte Gewänder
Und der Moment ist nur noch Mein

Denke an all diese Wünsche und Träume
Doch keiner davon wurde wahr
Fülle mit ihnen alle meine Räume
Und wieder vergeht ein Jahr

Wir leben einfach weiter unser Leben
Die Träume explodieren in der Nacht
Das sieht so schön aus und wir lachen und wir reden
Und ziehen in eine neue Schlacht

Es ist diese Schlacht, die wir wie immer verlieren
Weil wir einfach nichts mehr tun
Im Leben werden wir wohl nicht mehr viel probieren
Und die Träume in den Räumen werden ruh´n

Donnerstag, 28. November 2013

Gedicht #11 - Alltag

.
.
.
.
.
Schwarze Flecken
an weißen Wänden,
an Böden und Decken.
Blut an den Händen.
.
.
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Freitag, 8. November 2013

Gedicht #10 - Musik

Musik

Mein Herz pocht im Takt
Meine Adern erfüllt von der Melodie
Die Bewegungen abstrakt
Kein warum, kein wie

Mein Körper pulsierend
In mir dröhnt das Lied
Die Welt verlierend
Und die Wirklichkeit, die ich immer mied

Dienstag, 8. Oktober 2013

Gedicht #9 - Das Mädchen, das nie weinte

Das Mädchen, das sie weinte

Mir fiel mal ein ein Märchen,
wie ein Gedicht, das sich schlecht reimte
über ein wundersames Mädchen,
das nie und nimmer weinte.

Als es klein war war die Mutter froh,
das Kind war pflegeleicht
und jeder meinte „So, so
keine Träne, so weit das Auge reicht.“

Ein wenig später in der Schule,
sagten allen anderen sich:
„Die ist doch immer nur die Coole,
sie zum weinen bringen, das schaffen wir. Nicht?“

Und so dachten sie alle nach,
was täten sie diesem Mädchen an,
damit sie endlich schniefend sprach
und auch mal weinen kann.

Also schlug man sie,
verletzte sie,
betrug man sie,
versetze sie.

Die Qual wurde noch härter,
man folterte sie:
Die Schüler, der Lehrer und auch der Gärtner,
doch weinen, das tat sie nie.

Ein Jahr verging
und still war der Wind.
An der Decke hing,
ein Strick und das Kind.

Mittwoch, 11. September 2013

Gedicht #8 - Meine Schäfchen

Meine Schäfchen

Wenn ich am Abend meine Schäfchen hüte,
merke ich bald schon, ich bin müde.
Zähl sie – Eins, Zwei, Drei und Vier,
doch liebe Schäfchen, was macht ihr hier?

Auch schlafen sollt ihr in der Nacht,
friedlich und still, sorglos und sacht.
So habt ihr auch morgen eine schöne Zeit,
ohne Trauer, ohne Leid.

Donnerstag, 18. Juli 2013

Gedicht #7 - Stille

Stille

Manchmal ist da so ein Gefühl.
Ein Gefühl der Stille.
Allein in einem Raum.
Niemand im Internet,
mit dem man schreiben kann.
Einfach still.
Sehe aus dem Fenster,
gehe auf die Straßen,
dorthin, wo viele Menschen sind.
Niemand.
Einfach nur Stille.
Stille, die der Wind mit sich trägt.
Trügerische, angespannte Stille.
Schöne, leichte Stille.
Panische Stille.
Roter Morgen.
Grauer Tag.
Schwarze Nacht.
Stillstehende Stille.
Erdrückende Stille.
Einsame Stille.
Und irgendwann,
dann hat das Wort
Stille
keine Bedeutung mehr.
Und es ist einfach nur
still.

Samstag, 29. Juni 2013

Gedicht #6 - Bächlein

Bächlein

Sieh sie fließen
Die unbekannte Macht
Still am Tag
Unbändig bei Nacht

Sieh sie fließen
Die schillernde Natur
So schön, so zahm
Sieh doch nur!

Höre sie singen
Die stille Melodie
Doch kommt der Regen
Wird sie laut wie nie

Sonntag, 26. Mai 2013

Gedicht #5 - Lichtstaubmelodie

Lichtstaubmelodie

Staub im Licht
Schwebst sanft und leise
Vor meinem Gesicht
Gehst auf die Reise

Ein Rauschen aus Stille
Ein Klang wie noch nie
Kein Vöglein, keine Grille
Nur die Lichtstaubmelodie

Sonntag, 12. Mai 2013

Gedicht #4 - Sonnenlicht

Sonnenlicht

Sonnenlicht
Oh, Sonnenlicht
Scheinst so hell
Raubst mir die Sicht

Sonnenlicht
Oh, Sonnenlicht
Bist so warm
Warum ich nicht

Sonnenlicht
Oh, Sonnenlicht
Du bist zu schön
Für mein Gesicht